Colnrade liegt an der Grenze zum katholisch geprägten Gebiet um Vechta, das Jahrhunderte lang vom Bischof von Münster beherrscht wurde.

An den Kämpfen beteiligten sich auch Colnrader Bauern. So soll einer von ihnen, Berend Poppe, am 21. Dezember 1616 dabei gewesen sein, als im benachbarten Goldenstedt das Dach und die Gewölbe der katholischen Kirche zerstört wurden. Poppe soll dabei versucht haben, das hochhängende Kruzifix zu zerstören. Er kam nach der Überlieferung mit seinem Messer aber nur an die Fußsohle der Figur heran und zerstörte sie. Als er später in Gefangenschaft geriet, entzündete sich sein eigener linker Fuß und faulte trotz ärztlicher Behandlung ab.

Früher gehörte das Dorf Rüssen zu Goldenstedt. So haben bis heute alteingesessene Rüssener ihre Begräbnisstätten in Goldenstedt, auch wenn sie evangelisch sind und zur Colnrader ev.-lutherischen Kirchengemeinde gehören. So sagt man bis heute über die Rüssener in Colnrade: "Sie gehören lebendig nach Colnrade und tot nach Goldenstedt".

Wann der erste Grundstein für die heutige St. Marien Kirche in Colnrade gesetzt wurde, kann nicht eindeutig belegt werden. Die Kirche dürfte in zwei verschiedenen Zeiten gebaut worden sein. Sobald sich die Gemeinde vergrößerte, hatte man einen Teil nach Osten ausgebaut. Aus einer Jahreszahl am Turm ergibt sich, dass dieser 1668 restauriert wurde. Bausachverständige setzten den Bau ins 12. Jahrhundert. Nach einer Sage nach, soll sie vom Kloster Heiligenloh erbaut worden sein. Heiligenloh wird zum ersten Mal 1252 erwähnt.

Festgeschrieben steht, dass Pastor Ehrhardt, als er den Pfarrdienst 1846 antrat, mit Erschrecken den schlechten Zustand der Kirche feststellte. Obendrein war die Kirche gerechnet auf die Gemeindemitglieder viel zu klein. Das Vermögen der Kirche betrug damals 25 000 Taler, so dass der erste Gedanke für einen Neu- bzw. Ausbau der Kirche gefasst wurde.

Herr Schmidt vom Konsistorium erstellte die ersten Pläne und einen ersten Kostenvoranschlag, welcher sich zunächst auf 4 000 Taler belief.

Zunächst sorgten die Pläne für allgemeine Zustimmung. Da traten die Unruhen von 1848 ein. Obendrein erkrankte Schmidt und verstarb. 1848 trat nach einem Gesetz der Kirchvorstand in Funktion und erklärte sich mit den Plänen von Schmidt nicht einverstanden. Durch unterschiedliche Meinungen zwischen damaligen Entscheidungsträgern und viel Schreibereien gingen die Jahre ins Land. Die Pläne von Schmidt wurden geändert oder neue Pläne entworfen. Zu einem Ergebnis kam man nicht. Da es Probleme in der Kirche bei kräftigen Niederschlägen gab, weil dann regelmäßig Wasser in der Kirche stand und obendrein durch einen Sturm im Jahre 1856 die Kirchenfenster ins Innere stürzten, sah man sich zum Handeln gezwungen, da man befürchtete, dass noch andere Bauteile der maroden Kirche einstürzen könnten. Weitestgehend wurden jetzt die alten Pläne übernommen, die Kosten stiegen aber auf 8000 Taler.

Am 20. April 1856 wurde der letzte Gottesdienst in der alten Kirche gehalten.

Das alte Gewölbe und das Dach sollten zunächst erhalten bleiben. Zu Beginn der Baumaßnahmen stürzten Teile der Kirche urplötzlich ein. Fünf Arbeiter befanden sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Dach. Da sie auf der Mauerplatte standen, wurde kein einziger verletzt. Festgestellt wurde, dass alle Zapfen der Dachsparren verfault waren. Während der Umbauarbeiten wurde ferner festgestellt, dass das Mauerwerk nicht mehr restauriert werden konnte. Man mußte umdisponieren und bis auf den Kirchenturm wurde alles abgerissen und neu gebaut. Dabei dienten die alten großen Felssteine als Fundament für die neue Kirche. Durch diese unvorhersehbaren Umstände, kletterten die Kosten für einen Neubau auf 17 700 Taler. Die Gemeinde sollte die erforderlichen Hand- und Spanndienste (eine damalige Verpflichtung zur körperlichen Arbeit) unentgeltlich leisten. Dagegen erhebte sie Widerspruch und ging gerichtlich dreimal in Berufung - ohne Erfolg. Sie mußte die Leistungen erbringen.

Bei Abriss wurde beim Altar ein Gefäß mit Überresten von einem Knochen gefunden. Hierbei handelte es sich wahrscheinlich um eine Reliquie, wie sich eine solche in jedem Altar einer katholischen Kirche befinden soll. Das Gefäß ist durch den Baumeister Hellner dem Museum in Hannover geschenkt worden.

Im August 1856 wurde das Fundament zur neuen Kirche gelegt.

Die Bauarbeiten mußten zwischenzeitig aufgrund des schlechten Wetters unterbrochen werden. Während der Dacharbeiten stürzte fast ein Geselle des Schieferdeckers Wachsmut aus Bremen ab. Er konnte in letzter Sekunde das Ende eines Seiles erfassen und so seinen Absturz verhindern.

Am 1. Advent, den 23. November 1858, wurde die neue Kirche mit der neuen Orgel, gebaut vom Orgelbauer Heyder aus Heiligenstadt, eingeweiht.

Quelle: "Chronik des Kirchspiels Colnrade" von Bernhard Lehnhof

Im Jahre 2006 wurde die Colnrader Kirche aufwendig größtenteils durch Eigenleistungen von fleißigen Helfern restauriert. Dabei legte man Teile des alten Mauerwerks frei.

 


Zum Vergrößern der Gedenktafeln auf das Bild klicken!
Es wird eine Vergrößerung in einem zweiten Fenster angezeigt. Wenn Sie nochmals in diesem zweiten Fenster mit dem Mauszeiger auf das Bild klicken, wird dieses nochmals vergrößert, so dass man die Namen lesen kann!



Zum Vergrößern der Gedenktafeln auf das Bild klicken!
Es wird eine Vergrößerung in einem zweiten Fenster angezeigt. Wenn Sie nochmals in diesem zweiten Fenster mit dem Mauszeiger auf das Bild klicken,
wird dieses nochmals vergrößert, so dass man die Namen lesen kann!

 

Für die Restauration der Orgel sammelte die Kirchengemeinde 2007 durch zahlreiche Aktonen innerhalb eines Jahres mehrere tausend Euro. Als Beispiel kann der historische Bildkalender für das Jahr 2008 und das Kochbuch "Colnrader Orgelschmaus" sowie die Versteigerung zweier Ölgemälde beim Adventsbasar genannt werden.

Colnrade blieb immer evangelisch. Pastoren kamen und gingen, und so geht es bis zum heutigen Tag.

Frau Dr. Marikje Smid führt derzeit das Amt der Pastorin in Colnrade neben ihrer Tätigkeit in Heiligenloh aus. Insbesondere den Jüngsten soll das Thema "Kirche" näher gebracht werden. Besonders Katharina Breckweg spielt hierbei mit ihrer "Marienkäfer"-Flötengruppe eine große Rolle. Bei perfekt einstudierten Aufführungen wie z.B. der "Vogelhochzeit" ist bei den Kindern die Begeisterung nicht zu übersehen.

Im Mai 2008 konnte Marianne Höfemann auf 30 Jahre Tätigkeit als Küsterin zurückblicken. Als Würdigung für ihre langjährige Tätigkeit wurde am 01. Juni 2008 ein Gottesdienst abgehalten

 
Bildergalerie/Presse
 
   

April 2016 Acht Konfirmanden

Januar 2016 Heiner Heuermann neu im Kirchenvorstand

Dezember 2015 Christvesper mit Krippenspiel

Juni 2015 Gemeinderaum soll in die Kirche integriert werden

Juni 2015 Regionalgottesdienst mit Entpflichtung von Hergen Lehnhof

April 2015 Gospelchor: Chorleiter Kai Gröhlich sucht Nachwuchs

Februar 2015 Katharina Breckweg seit 10 Jahre im Dienst der Organistin

November 2014 Kai Gröhlich gründet neuen Chor

September 2013 goldene, diamantene, eiserne Konfirmation

Dezember 2012 Adventssingen mit den 'Marienkäfer'

September 2012 Silberne Konfirmation von vier Einsegnungsjahrgängen

März 2012 Erster gemeinsamer Vorstand

Februar 2012 Gemeinsamer Vorstand der St. Marien Kirchengemeinde Colnrade-Heiligenloh

Dezember 2011 Aus zwei mach eins. St. Marien und Heiligenloh fusionieren

November 2011 Hubertusmesse in der St. Marien Kirche Colnrade

Oktober 2011 39 Jubilare erinnern sich an ihre Jahrzehnte zurückliegende Konfirmation

Juli 2011 Gottesdienst für die angehenden ABC-Schützen

Juni 2010 Freiluftgottesdienst der Delme-Hunte-Region in Colnrade

März 2010 Gemeindenachmittagsgruppe besichtigt die Firma Waden in Wildeshausen

Februar 2010 "In der Kirche hängt der Himmel voller Fische"

Dezember 2009 "Lummerland-Kinder" besuchen Pastorin Smid

Adventskonzert mit den Feierabendmusikanten Harpstedt und umzu

Konfirmationsjubiläum in der St. Marien Kirche Colnrade

"Marienkäfer" führen das Kindermusical "Die Schöpfung" auf

Renaissance-Konzert der Gruppe "Pantagruel"

Aufführung der "Vogelhochzeit" von der "Marienkäfer"-Flötengruppe

Weihnachtszauber im Märchenwald - Adventsbasar

Orgeleinweihung

Aufführung des Musicals "Der Regenbogenfisch"

150 Jahre St. Marien Kirche Colnrade
Ein Blick ins bewegte Leben der Jubilarin

Stimmungsvoller Festgottesdienst zur 150-Jahr-Feier
Bildergalerie ... mit Dank an Andreas Henseler für die zur Verfügung gestellten Fotos !

 

   

 

Verzeichnis der Colnrader Pastoren


Hier können Sie noch mehr über die Kirche in Colnrade erfahren

www.kirche-colnrade.de

 

zurück nach oben

-